Keine Montagsgedanken #51

Die Kollegen, die immer nur stöhnen,

sollten vielleicht mal über einen Wechsel in die Erotikbranche nachdenken!

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Über die Biskaya

Zuerst die Zahlen:

Ablegen an Hafen/Tankstelle A Coruna (Galicia/Spanien) am 20.Juli  9.00 Uhr

Anlegen im Hafen von Concarneau (Südbretagne/Frankreich)am 23.Juli 10.30 Uhr

342, 75 sm, 145 sm unter Segel, 200 sm mit Motorunterstützung

ca. 80 l Diesel

Nun die Ereignisse/Gedanken/Erinnerungen, nicht chronologisch:

  1. Warten auf günstiges Wetter : Tagelang hängen wir in A Coruna fest, da viel Wind von Nord angesagt ist und wir nicht gegenan fahren wollen. Wir warten nicht allein, die Stege sind mit Nordwärtsfahrern belegt. Wir vergnügen uns in der Stadt, besuchen Museen, Kneipen und Freunde. Als wir festlegen: Morgen!, bekomme ich doch Muffensausen.
  2.  Vorbereitungen: Die Suppe bleibt leider mangels Fleisch ungekocht, das ist nicht so gut. Also: Kartoffelsalat, gekochte Eier und belegte Brote wird es geben. Den Tipp von Freunden, vorgekochte Mahlzeiten in Plastikbeuteln zu lagern und sie dann nur noch in kochendes Wasser zu legen, probiere ich das nächste Mal. Weiterhin liegen warme Kleidung und Rettungswesten parat. Alles ist gut verstaut, damit nichts durch die Gegend fliegt. Wird es aber trotzdem.
  3. Wacheinteilung: Wir verabreden einen Wachwechsel alle drei Stunden. Das ist natürlich vor allem nachts wichtig. Da wir zu zweit sind, gibt es also nicht so viel Schlaf am Stück. Tagsüber sind wir ja meistens beide an Deck, da kann immer einer schlummern. Sonne unter, Mond auf, Mond unter, Sterne an, Sonne auf sind spektakulär! Damit ich in meiner Wache wache, singe ich alle Lieder, die ich kenne. Mehrmals.
  4. Wenn einer allein an Deck ist und der andere schläft, wird sich eingepickt. Rettungsweste nachts sowieso. Muss etwas auf Deck geregelt werden (reffen), wird vorher der andere geweckt, ebenso bei unklaren Beobachtungen.
  5. Schlafen: unter Fahrt klappert und ächzt es unter Deck, durch die Schiffsbewegungen ist es in der vorderen Kajüte recht ungemütlich, eher wie auf einer Achterbahn, also nichts für mich. Aber im Salon kann man gut schlafen, praktischerweise ist die längere Bank immer im Lee.Wichtig für das Einschlafen: Zähneputzen, Ausziehen, richtiges Bettzeug. Die anderen Klamotten griffbereit.
  6. Anstrengend: Aus-und Anziehen sind richtiggehend anstrengend und dauern auch ganz schön lange. Kurz aufstehen, Hose hoch, setzen, Hose zu, kurz aufstehen, festhalten, setzen und so weiter. Auch auf Toilette gehen ist anstrengend, da man sich ständig festhalten muss.Kochen fällt aus. Der Skipper kocht aber immer mal Tee.
  7. Angeln: Insgesamt schon viele Wochen ziehen wir erfolglos die Angel hinterher. So auch am ersten Vormittag, die Berge Galiziens sind noch nah, vor uns wird aber lange kein Land mehr zu sehen sein. Da beißt doch wirklich ein Fisch! Der Skipper holt die Leine ein, ich soll dann die Angel halten, der Fisch zappelt hinter der Badeleiter. Der Skipper hat inzwischen sein Gurtzeug angelegt, pickt sich ein und geht „nach draußen“, um den Hornhecht vom Haken zu lösen. Wir sind uns einig, dass es ein sehr schlechter Zeitpunkt für diesen Angelerfolg ist und der Fisch auf keinen Fall an Bord darf, obwohl er eine perfekte Essgröße hat. Einen Fisch während der Fahrt auseinandernehmen und ihn zu braten trauen wir uns noch nicht zu. Tot ist der Hornhecht inzwischen.
  8. Nächtliche Beobachtungen: Drei Tage lang sind wir allein auf der Welt, die Welt ist eine Scheibe, nur Horizont ringsherum. Keine andern Segelschiffe, keine Fischer, wir fahren abseits der hauptsächlichen Route, da die meisten nach Brest fahren. Wir wollen aber noch ein wenig die Südbretagne erkunden. Auch auf AIS sind nur manchmal einzelne Schiffe, weit entfernt zu sehen. Aber nicht nachts: Da tauchen immer wieder Lichter auf, bewegen sich schnell oder scheinen auf der Stelle zu stehen. Was ist das? Wie weit ist das entfernt? Kommt es näher? Kollisionskurs?  Die Entfernungen sind im Dunkeln besonders schwierig zu schätzen, man muss ständig rundumblicken, denn auch von hinten kann etwas kommen, und ob die uns sehen? In meiner letzten Nachtwache ließ ich die zwei gelben Blinklichter schräg vor uns nicht aus den Augen. Kursänderung? Aber sie entfernten sich von uns. Jetzt weiß ich, es waren Ringwadenfischer, so etwas gibt es also wirklich. Wirklich nicht empfehlenswert, dazwischen zu fahren! Dann machten mich mehrere rotblinkende Lichter, die sich nicht von der Stelle bewegten, nervös. Ich checkte mehrmals die Karte auf Eintragungen, fand aber nichts. Auch der Skipper konnte sie nicht zuordnen. Also weiter beobachten. Es stellte sich heraus, dass es eine Windkraftanlage weit an Land war.
  9. Immer noch nicht da: Heute sollten wir ankommen, ich wachte mit dem Gedanken auf: endlich Land! Als ich dann an Deck ging und hoffnungsfroh nach vorne sah, sah ich nichts. Nein! Immer noch kein Land! Wir haben und verfahren! Wir fahren immer im Kreis herum! Wir fahren auf der Biskaya rundherum statt drüber! Es gibt gar kein Land! Jammer, jammer, jammer! Ich sollte nun genau hinschauen, da vorne, das waren viele Inseln! Ganz flach. Auf der Seekarte sah ich dann, dass wir fast da waren.
  10. Landfall: Es sollte aber doch noch einige Stunden dauern, bis wir den Hafen in der Bucht erreichten. Wir kamen aus dem Staunen und der Freude gar nicht mehr raus: So schön hier! Und da! Guck mal!  Inzwischen kamen uns viele Segelboote entgegen, sie begannen den wunderbaren Tag. Die Sonne schien, eine leichte Brise, es war warm und wir zogen einige Schichten aus. Wir bereiteten Leinen und Fender vor, der Skipper funkte den Hafenmeister an und wir bekamen einen Steg zugewiesen. Dann gleich rein in die Lücke und festgemacht. Zum Nachbarschiff drei Zentimeter Platz, na so was! Nach einem Anlegebier  legten wir uns noch ein bisschen umme. Lange haben wir aber nicht geschlafen, es wurde ganz schön warm. Und nun: Sonnenverdeck aufspannen und Gastlandsflagge wechseln! Vive la France!

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Der Pokal ist unser

Nachtrag: Nach Jahren wieder mal ein Volleyballturnier oben auf dem Sportplatz am Dorfrand, inmitten von Feldern, mit weitem Blick. Die vier Mannschaften kämpften um jeden Punkt, jeder gegen jeden und jede Partie wurde ohne Zeitdruck ausgespielt. Zwischendurch war viel Zeit, die Sonne zu genießen, Gegrilltes zu essen und aufs Plumpsklo zu gehen. Es stellte sich heraus, dass wir die Besten waren, so war einer der Pokale unserer, dazu Süßes und eine Flasche Sekt: Merke (fürs eigene Turnier): Ein Kasten Bier für den ersten Platz könnte auch eine gute Motivation sein.

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Unerhört

Neulich beim Doppelkopf, das befreundete Paar hat das Spiel doch noch gewonnen:

Und jetzt entschuldigst du dich für dein komisches Gesicht!“

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Keine Montagsgedanken #50

Kaum hat man seine Gefühle und Aggressionen halbwegs wieder unter Kontrolle, ist auch schon wieder Montag.

Ein Teufelskreis.

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9 Arten, auf sein Schiff aufzupassen

1. Noch vier Stunden muss dieser Herr warten, ehe er endlich weiter kann. Solange sitzt er ungemütlich an Deck. Die Päckchenlieger am Steg sind froh, dass der Mast in eine Lücke passen wird. Pilgerscharen fotografieren und fällen fachmännische Urteile. Merke: Versuche nicht zur Tankstelle zu fahren, wenn in der Seekarte steht: nur bei Hochwasser

 

2. Hochwasser ist allerdings so eine Sache: Es kann durchaus sein, dass du dein Schiffchen parkst, einen Landausflug machst, und – schwuppdiwupp – kannst du eine ganze Weile nicht mehr an Bord. Merke: Dinghi mit langer Leine festmachen. Und nicht den Stöpsel ziehen.

 

 

3. Braucht du höhere Mächte, um den Gezeiten zu trotzen, gibt es die Möglichkeit, eine Madonnenfigur über dein Boot tragen zu lassen und sie dann spazieren zu fahren. Spektakulär muss dieses aber bei Wellengang an einem Betonplatz zwei Meter vom Stand entfernt starten. Dazu müssen unbedingt sehr viele Raketen abgeschossen werden. Merke: Man kann auch von Land interessante Manöver beobachten.

4. Ich weiß nicht genau, wie es zu diesem Schaden am Nachbarschiff gekommen ist. Das Manöver des letzten Augenblickes hat augenscheinlich nicht mehr geklappt. Aber Vorfahrt ist Vorfahrt! Und wer eine Rennyacht fährt, hat schließlich  Vorfahrt. Oder schläft. Von innen hat der Skipper eine Kiste ins Loch an der Backbordseite gekeilt, ansonsten ist die nächsten vier Tage nichts weiter gemacht worden. Merke: Augen auf im Schiffsverkehr!

5. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine Baustelle zu handeln. Auf den zweiten weißt du, dass hier niemand zu Hause ist. Zwar haben keine Vögel hier Ambitionen, an Bord zu gehen, das gilt aber nicht für die schrägen. Zumal diese Yacht mitten im vielbefahrenen Fluss an einer Boje liegt.Merke: Deinen Liegeplatz bei Abwesenheit solltest du vor Vogelkacke schützen, aber nicht so offensichtlich abwesend sein!

6. Einige Häfen sind bei Seglern so beliebt, dass nur diejenigen einen Platz ergattern, die schon Mittag kommen.Festmachen kann man nur mit Hafenmitarbeitern im Schlauchboot, zwei sehr langen Leinen, allen verfügbaren Fendern und helfenden Händen auf dem Boot, an dem man anlegt.  Ablegen kann man nur, wenn alle ablegen. Merke: Wer zuerst kommt, liegt innen, kann nur mit akrobatischen Dinghimanövern an Land und kommt als letzter wieder los.

7. Die Tonnen sind in Gezeitenrevieren unbedingt und nie großzügig im letzten Augenblick zu beachten. Bei Hochwasser ist nichts zu sehen, bei Niedrigwasser liegt direkt neben der Fahrrinne mal eben ein Wrack. Merke: Den Fähren nicht überall ausweichen, sondern sich an die Fahrrinne halten!

 

8. Am Ankerplatz kann man prima den anderen Schiffern zeigen, wer der Herr im Haus ist. Ist dies klargestellt, kann man beruhigt an Land gehen. Merke: Einen sicheren Ankerplatz zu finden, an dem man allein ist, ist nicht sicher.

 

 

9. Zu manchen Liegeplätzen kommt man zu Wasser und geht zu Fuß. Irgendwann ist ja wieder Springzeit, dann kann man wieder los. Bis dahin: Abwarten. Merke: Soll dein Boot sich nicht vom Schwell oder von Widschweinen losreißen lassen, bind es an einem Baum!

 

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Keine Montagsgedanken #49

Smontag

Dieser Moment,

wenn der Sonntag aufhört sich wie ein Sonntag anzufühlen

und die Grausamkeit des Montags dich trifft.

 

 

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