Wenn Mutti früh zur Arbeit fährt…. der Stress treibt Blüten

Fast bin ich da, nur noch durch die ganze Stadt. Inzwischen ist es auch richtig hell.Einen ganzen Kilometer lang stehen riesige Kastanienbäume an der Straße, im späten Frühjahr herrlich anzusehen, mit ihren unzählige Blüten, kerzengerade und leuchtend. Seit Monaten schon färbt sich das Laub dunkel, jetzt beginnen die Kastanien zu fallen und es gibt nur noch wenige, die ihre Autos unter den Bäumen parken. Jeden Tag werden die ganze Straße und die angrenzenden Vorgärten vom Laub befreit, im günstigsten Fall  mit Harken, oft leider auch mit den unsäglichen Laubbläsern. Ein paar hundert Meter weiter stehen jüngere Kastanienbäume, und einer davon zeigt eine besondere Stressreaktion: Er blüht! Nur vereinzelt, an einigen Ästen sind frische Blätter ausgetrieben und etliche Kerzen sind zu sehen. Andere Äste wiederum sind kahl oder tragen vertrocknete Blätter und auch Kastanien. (Auf meinem Foto muss man schon genau hinschauen, es ist im Vorbeifahren entstanden, im Ampelstau zu Beginn einer Baustelle.) Ich selbst habe diese Septemberblüte dieses Jahr zum ersten Mal gesehen, es scheint aber eine weit verbreitete Baumreaktion zu sein. Was sind die Ursachen? Trockene Sommer, Salz auf den Straßen im Winter, die Kastanienminiermotte, die Verfestigungen des Erdreichs im Bereich der Feinwurzeln und sicher auch der zunehmende Autoverkehr mit all seinen Abgasen. Die Bäume rufen so um Hilfe!  In „Kraut und Rüben“ erklärt Martin Hänsel, Diplom-Forstwirt und stellvertretender Geschäftsführer des BUND Naturschutz in München das Phänomen so:

„Die Blüte der Kastanien macht ihr Leid für jedermann offensichtlich. Ihnen geht der Saft aus. Mit dem herbstlichen Blattaustrieb und der Blüte versuchen sie, ein Defizit in der Stoffproduktion aus dem Frühjahr und Sommer auszugleichen. Knospen, die eigentlich erst im nächsten Frühjahr austreiben sollten, werden nun aktiviert. Für die Bäume bringt diese Reaktion allerdings kaum Besserung: Die austreibenden Knospen fehlen im kommenden Frühjahr. Die jetzt gebildeten Triebe können in der Regel nicht mehr verholzen und sterben bei Frost ab“.

Keine schönen Aussichten.

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Wieder was gelernt

Wir haben eine Geschichte mehrmals gelesen und nun soll es schriftliche Aufgaben dazu geben. Ich dachte wirklich, ich bin eindeutig.

„Schreibt als Überschrift den Autor und den Titel der Kurzgeschichte!“

Den Autor und den Titel der Kurzgeschichte

(schreibt ein Mädchen in der 9. Klasse, sitzt direkt vor mir)

Wieder was gelernt.

 

 

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Montagsgedanken #100

Ich bin eine Frau!

Ich habe schon Dinge hineininterpretiert, bevor du den Satz überhaupt zu Ende gesprochen hast!

(Dies hier ist der letzte!)

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Ein einziges Affentheater

 Viele wissen vom einzigartigen Affenfelsen Europas. Klar wollten wir auch auf den Felsen, nachdem wir ihn vom Wasser aus fast umrundet hatten und er nun zum Greifen nahe in der Sonne leuchtete. Von der Marina in La Linea aus muss man zunächst zu Fuß zur Grenze, den Beamten seinen Ausweis vorzeigen und dann als nächste das Rollfeld des Flughafen Gibraltar überqueren. Schon ist man mitten drin im Gewühl. In der Stadt gibt es viel so zu sehen, dass wir nicht den Bus genommen haben, sondern durch die Gassen schlenderten. An der Cable Car Station mussten wir eine Weile warten, es gab zwar ein wenig Schatten, doch es war trotzdem sehr heiß. Oben angekommen, windete es zunächst heftig. Es gab Stellen, an denen für die Affen Futter ausgelegt waren, dort knabberten einige Affen an Früchten herum und wir Besucher fotografierten. Dann gingen wir, wie andere auch, ein bisschen hin und her. Inzwischen hatten wir auch Hunger und wir kauften uns ganz oben, in einer verglasten Veranda mit Blick aufs Meer, Bier und Sandwiches. Wir tranken langsam, denn es war sehr wertvolles Bier. Plötzlich am Nebentisch Geschrei. Ein Affe hat sich irgendwie Zutritt verschafft und holte blitzschnell zwei Schoko-Riegel vom Tisch, die Kinder machten den Fehler, sie nicht gleich gegessen zu haben. Die Bedienung jagte ihn mit dem Besen vor die Tür. Dort warteten schon seine Freunde, oder Familie, wer weiß. Der Dieb eilte davon, die Meute hinterher und es gab einiges Gezänk. Schließlich sahen wir ihn auf einer Mauer, direkt am Abgrund, wie er genüsslich die Schokolade auswickelte und verspeiste. Ein anderer Affe stellte sich am Eingang des feinen Restaurants an, welcher von einem Oberkellner bewacht wurde. Als dieser mal kurz wegschaute, war der Affe verschwunden. Er kam aber gleich wieder herausgeflitzt, wahrscheinlich war es ihm zu teuer. Wir jedenfalls erkundeten die Wege hierhin und dorthin, bergauf und bergab. Viele Leute fahren mit einer Art Taxi zu den Aussichtspunkten, geführte Erkundung heißt dies wohl. Jedenfalls wissen die Affen, was von ihnen erwartet wird, sie räkeln sich fotogen auf Felsnasen, springen auf die Dächer der fahrenden Autos und klettern auf den Leuten herum. Ich kam nicht dazu, den Skipper mit dem Affen auf dem Haupt  auch nur zu sehen, da ich versuchte, den Affen, der bei MeinBruder in den langen Haaren etwas suchte, zu fotografieren. Das klappte aber nicht, da ich selbst kreischend ein Untier abwehren musste. So ein Affentheater! Ich hielt fortan Sicherheitsabstand. Als wir nach Stunden wieder unterwegs zum Schiff waren, sahen wir am Stadttor einige Touristen Affen mit Keksen locken, sie waren ganz begeistert. Die Affen störten sich überhaupt nicht am Schild, welches eine Fütterung untersagte. Sie können anscheinend nicht so gut lesen.

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Das Einstein Enigma gelesen

Schon nach ein paar Seiten stellte ich fest, den bestmöglichen Ort und Zeitpunkt zum Lesen gewählt zu haben, endlich damit anzufangen.“Das Einstein Enigma“ , über BloggdeinBuch bekommen, wartete schon seit Ostern auf unserem Boot auf mich, aber erst im Juli, auf dem langen Urlaubstörn, fand ich die Muße. Der Autor sowie die Hauptfigur sind Portugiesen, wie gut, dass mir auch ein Teil der Schauplätze direkt vor der Nase lagen. Das Calouste Gulbenkian Kunstmuseum in Lissabon hatten wir kurz vorher besucht, sonst hätte ich mit dem Arbeitsplatz des Protagonisten, einem Kryptologen, nichts verbinden können. Ebenso konnte ich die Städte und Flüsse ein wenig einordnen. Der Skipper hatte das Buch schon Monate vorher gelesen und es für gut befunden. Klappentexte und auch die vollmundige Werbung, die inzwischen für diesen „Thriller“ gemacht werden, versprachen viel.

Doch ich bekam zunehmend Schwierigkeiten, weiter zu lesen. Die Handlung war einfach haarsträubend und an vielen Stellen sogar unlogisch, zumindest nicht nachvollziehbar. Überhaupt kein Vergleich zu Dan Brown, Frank Schätzing oder Andreas Eschbach, die über ähnliche Themen schreiben. Dafür gibt es jede Menge Monologe, Belehrungen einzelner Personen, die allerhand Theorien darlegen: Entstehung der Erde, Relativität, Buddhismus, Schöpfung, Mathematik, Hinduismus, Physik,Yin und Yang, die String-Theorie, Entschlüsselungen …. Aus diesem Grund kann man diesen Roman auch nicht verschlingen, da man eine Weile  zum Mit- und Nachdenken braucht. Das ist aber kein Problem, da die Handlung ja nicht wirklich spannend ist. Selbst die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt. Die Personen bleiben irgendwie farblos, sie wachsen einem nicht ans Herz, man empfindet und bangt nicht mit. Geschweige denn, dass man nachvollziehen kann, warum so gehandelt wird.

Meiner Meinung nach ist das eine Sammlung von Theorien, in einer seltsamen Geschichte verpackt.

Leseempfehlung: Alle, die sich für eine „Gottesformel“, das anthropische Prinzip als „Beweis für die Existenz Gottes“ interessieren, oder diejenigen, die Freude an wissenschaftlichen und esoterischen Theorien haben, sollten zu diesem Buch greifen.  Wer einen spannenden Roman lesen möchte, eher nicht.

J.R. Dos Santos: Das Einstein Enigma

Taschenbuch: 608 Seiten Verlag: luzar publishing; Auflage: 1 (23. März 2017) Sprache: Deutsch  ISBN-10: 3946621007  ISBN-13: 978-3946621003 , 18,50 Euro

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Angesprungen

Zu viert gingen wir durch die Nacht nach Hause. Drei von uns maßen unterwegs die Straßen und Bürgersteige aus, ob sie auch wirklich alle rechtwinklig zueinander wären. Das ganze Viertel schlief schon, wir waren allein. Ich streifte im Vorübergehen eine Pflanze, die über einen Gartenzaun ragte: „Oh, die Hecke greift mich an!“ – In diesem Moment sprang JR panisch zur Seite, wurde von einem Laternenmasten weitergereicht und streifte den Spiegel eines parkenden Autos.

Wir wanderten am nächsten Vormittag zur gestrigen Feierstätte zurück, um unser dort parkendes Auto zu holen. Alle anderen schliefen noch. Eine Weile später kam es zu diesem watts äpp – Dialog:

Holen das Auto. – Verlauft euch nicht. Frühstück ist fertig. –  Mit Verlaufen sind wir fertig. Jetzt verfahren wir uns. – Ist ganz einfach. Ihr müsst hierher fahren.

Am Frühstückstisch entdeckt dann  der Hausherr  seinen lädierten Arm und wundert sich, wie gefährlich es doch sei, nicht mit dem Taxi zu fahren.

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Obstkorb als Geschenk

 In jedem Supermarkt gibt es so viel Obst, dass die Auswahl schwerfällt. Von Wochenmärkten und speziellen Fruchtoasen ganz zu schweigen. Also: für einen Obstkorb als Geschenk braucht man nur zuzuschlagen, exotisch darf es ruhig sein. Ananas, Goldkiwi, Baby-Bananen, besondere Melonenarten, Mango, Physalis, Grapfruit,  Granatapfel…. gerne auch etwas aus dem Garten dazwischen. Eine kleine Blühpflanze passt auch, oder ein herbstliches Kräutersträußchen. Ein Korb findet sich in jedem Haushalt, glaube ich, oder in diversen Pfennigläden. Ein wenig Efeu oder andere Ranken drumgeschlungen, ein paar Schleifchen – fertig. Für diesen Obstkorb auf dem Foto habe ich drei Minuten gebraucht, um alles zu drapieren. (Einkaufen vorher) Kostenpunkt: etwa 15 Euro.

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