Cool sein lernen – Lektion 2

LEKTION 2: COOLNESS IM ALLTAG

Aufstehen und den ganzen Quatsch hast du begriffen. Jetzt raus auf die Straße. Alltag. Vielleicht meinst du, du bist cool. Lies diesen Ratgeber und du weißt, dass du lächerlich gewesen bist. Du warst nichts. Wenn du dies hier gelesen hast, dann bist du cool… ehrlich echt völlig trocken cool.

Also: Raus auf die Straße. Und schon der erste Fehler: Sonnenbrille beim Gesichtwaschen abgenommen und danach nicht wieder aufgesetzt. Wieder zurück, Brille holen, aufsetzen, wieder rausgehen. Du hast die Brille beim Gesichtwaschen nicht abgenommen? Obercool. Göttlich. Für alle gilt jedenfalls: Das Wetter spielt keine Rolle, Brille sogar nachts tragen. Merke: Ohne Brille ist die Coolness gleich Null.

Laufen ist einfach, cool schlendern nicht. Du musst vermutlich lange üben, bis du es raushast. Deine bisherigen epileptischen Bewegungsabläufe kannst du dir jedenfalls von der Backe wischen. Du musst schlendern. Völlig mühelos. Darf aber keiner erkennen, dass du absichtlich so läufst. Also: üben, üben und noch mal üben.

Jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil: Dem Umgang mit anderen Menschen. Fangen wir mit dem Busfahrer an. Erst mal in den Bus steigen. Dann laut Kaugummi kauen (vor dem Einsteigen zu kauen beginnen, sonst wirkt’s leicht beknackt). Wichtig: Jetzt lockeren Spruch loslassen. Dir fällt keiner ein? Kein Problem. Geh‘ in den nächsten Buchladen und kauf dir „Lockere Sprüche“ von Ernst Eiswürfl. Is von mir. Tolles Buch. Selbstredend. Ein Beispiel gratis: „Fahren Sie nach Kuba“. Dabei den rechten Zeigefinger auf die Stirn des Busfahrers setzen und lächeln. Dann abdrücken und Rauch vom Finger wegblasen. Anschließend zahlen und hinsetzen. Eventuell aufkommenden Applaus gelassen hinnehmen oder abwinken. Und: Lächeln, lächeln, lächeln.

Aber nicht das dämliche Lächeln, das du sonst draufhast: Cool, Baby, von oben herab, nicht zu breit. Noch was: Niemals Geld hinlegen! Das gilt allgemein. Geld immer hoch schnippen und wieder auffangen. Oder einfach hinwerfen, wenn es jemand haben will: Und zwar so, dass er sich bemühen muss, um es aufzufangen. Am besten so, dass er oder sie auf dem Boden herumkriechen muss. Du hast schließlich das Recht, anderen Menschen zu zeigen wo ihr Platz ist. Das mit dem Hochwerfen solltest du vorher zu Hause üben und dabei immer daran denken, dass es nur mit Münzen funktioniert.

Kneipen und Cafes:

Hier darfst du keine Fehler machen. Es sehen zu viele Leute zu. Also riskier‘ nichts. Sonnenbrille trägst du sowieso, Geldschnippen hast du mittlerweile auch drauf. Sieht gut aus. Jetzt musst du sprechen. Das ist schwierig. Du musst bestimmte Dinge vermeiden, zum Beispiel: „Bitte“ oder andere unterwürfige Worte. Du bist der Boss, alle tanzen nach deiner Flöte, wenn du weißt, was ich meine. Du weist es, yeah. Wir verstehen uns. Bisher hast du gesagt „Eine Cola, bitte“ und das ist schlimm. Völlig falsch, du redest ja mit der Kellnerin wie mit deinesgleichen. Völlig uncool. Keiner nimmt dich ernst. Richtig ist: „Coke, Baby“. Zucker, Mann, du machst dich.

Lass dich nicht durch ihren Blick irritieren. Oder dadurch, dass sie lacht. Sie liebt dich. Alle Frauen lieben dich. Und du weißt es.

Nun zum Kaffeetrinken. Du trinkst deinen Kaffee mit Milch? Das ist schlecht. Versuch, dir das abzugewöhnen. Wenn du das nicht kannst, beachte folgendes. Es ist ausgesprochen uncool, an diesen ekligen Milchdöschen rumzuzupfen, bis dir das ganze Zeug über die Bundfalte pladdert. Also: Die kleine Plastikmilchdose in die Tasse werfen und einmal mit dem Löffel reinstechen. Sauber, was? Und cool. Solltest du mit dem Zuckertopf allerdings nicht unbedingt genauso machen. Nächstes Thema.

Einkaufen:

Höllisch uncool. Es gibt Leute, die keinen haben, der es für sie macht, zum Beispiel dich. Auch im Supermarkt gilt: Cool bleiben. Man sieht dich. Also: Die Einkaufskarre nicht mit beiden Händen anfassen und wie Mutter durch den Laden eiern. Entweder mit einer Hand oder mit dem Fuß die Karre ab und zu kurz anstoßen oder abstoppen. Aber Vorsicht: Nicht zu heftig. Könnte Ärger geben.

Die Sachen, die du einkaufst, niemals in den Wagen legen. Immer werfen. Ohne hinzusehen. Wie mit der Filtertüte. Eiswürfls Erstes Gesetz gilt auch hier. Vorsicht bei Milchtüten, Flaschen und Eiern. Feeling, Baby. Zahlen funktioniert wie im Bus. Nur nicht mit demselben Spruch. Mach kein‘ Quatsch. Immer Trinkgeld geben.

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