Hoffnungslauf

Leetor

Leetor

„Raum!“ – „Raum!!!“ – „Raum!“ – „Weg da!“ – „Protest!“ – „Ihr müsst abfallen!“ – „Vorsicht, Baum von hinten!“ Fünfzehnfaches Geschrei von drei Booten, die sich bei Start direkt  neben dem Prahm inander verhakt haben. Des dicken Schiedsrichters Arm wies auf alle drei: „Penalty! Penalty! Penalty!“ Wir in der Mitte , natürlich völlig unschuldig an der Misere, versuchten uns freizufahren, bevor wir unsreren Strafkringel drehen. Da rammte uns schon wieder einer,  der gerade seinen Kringel fuhr, voll rein. Dessen Skipper sah uns wohl nicht und achtete auch nicht auf das Warngeschrei seiner und unserer Crew. Wir mussten uns nochmal freifahren, kringeln und dann konnten wir endlich zur Luvtonne und um sie herum. Den anderen hinterherfahren. Wir konnten im Laufe der abzufahrenden Bahn gut aufholen, doch Vierter bedeutet im „Hoffnungslauf“: draußen. Long faces on bord. In der Wechselzone ging es hoch her, wir mussten warten, bis wir rangerufen werden, deshalb fuhren wir in der Nähe rum.  Die Fock konnten wir nicht mehr einrollen, da die Rolleinrichtung lädiert war. Ein kleines Motorboot mit Jugendlichen enterte uns, wir versuchten ihnen klarzumachen, dass erst der Schaden behoben werden muss, doch sie wollten das Schiff jetzt unbedingt übernehmen. Der Skipper ging als erstes von Bord, also mussten wir hinterher, doch das war gar nicht so einfach, Wind, Wellen, Schaukelei, drohender Landfall, Geschrei, steuerloses Boot, gleichzeitiges Ein-und Aussteigen von 10 Leuten – nichts wie runter jetzt in das kleine Motorboot! Wir mussten nochmal anfahren, um die beiden, die das Umsteigen nicht geschafft haben, zu holen. Wasser von unten, nasse Füße, nasser Hintern, Wasser von vorne, nasser Oberkörper, zum Steg war es zum Glück nicht weit. Aufgeregte Diskussionen mit dem Schiedsrichter, der natürlich nicht gesehen hat, das der Baum des luvwärtigen Boote uns aufgespießt und ausgebremst hat und wir somit keinerlei Möglichkeit hatten, dem leeseitigen Boot auszuweichen. Obwohl das ganze Chaos sich drei Meter neben dem Startschiff abspielte, konnte im Nachhinein keiner das „innere“ Boot für die Schadensmeldung identifizieren. Ebenso interessant: Natürlich diskutierten und kommentierten wir diese unsere letzte Wettfahrt den ganzen Nachmittag lang, auch mit der „Rammcrew“. Doch schon eine Stunde danach hatten wir alle unterschiedliche Erinnerungen, nach dem Bier, als der Adrenalinspiegel sich wieder einpegelte.

Die Jugendlichen übriges ersegelten sich im Finale den dritten Platz.

P.S. Ich bin wirklich froh, dass niemand von uns gehört hat, was der Moderator an der Base beim Start kommentiert hat.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Segeln abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s