Ist das Kunst

Zugegeben, ich verstehe überhaupt nichts von Kunst. Grund genug, darüber zu schreiben. Seltsamen Kunstwerke, die ich auf der Dokumenta gesehen habe. Durchaus guten Willens mischte ich mich unter tausende von Menschen, die wie ich einen ganz normalen Wochentag nutzten um Kunst zu betrachten. Die Luft war in manchen Räumen unerträglich! Auch mein fehlendes Kunststudium hinderte mich etwas am Kunstgenuss. Genug des Wortes „Kunst“, ein paar willkürlich herausgegriffene Werke will ich preisen:

  • Ganz aufgeregt ließ ich meine wertvolle Eintrittskarte abstempeln, nachdem ich bereits mehrmals Schlange gestanden habe. (Anstellen musste man sich öfter.) Rechts oder links? Ein großer leerer Raum, an einer Seite eine winzige Vitrine mit drei kleinen Objekten, die von Kunstgenossen umzingelt waren. Es zog wie Hechtsuppe. Auch in dem gegenüberliegenden Saal gab es nichts zu sehen, es war aber genauso ungemütlich. Die Einlasser taten mir auch ein bisschen Leid, so mit Schal und dickem Pullover. Vielleicht sollten sie ab und zu mal die großen Türen schließen, damit es nicht so zieht. (Stunden später lachten wahre Kunstkenner über mein Unvermögen, das Kunstwerk „Wind“ gebührend zu würdigen. In den Säalen standen extra Windmaschinen, die wahrscheinlich den Geist des Künstlers durch die Räume bliesen.)
  • Andacht

    Andacht

    Aufmerksam verfolgte ich so mancher Führung, die zwar extra zu löhnen war, aber der ich mich trotzdem minutenlang versuchte, anzuschließen. (Keine einzige Führung, die ich sah, war ihr Geld wert!) Was gibt es über diese zwei Steine zu sagen? Andächtige Zuhörer, alle fotografierten die Objekte. Muss Kunst sein. (Ich liebe Steine, sammle selbst welche oder fotografiere sie wenigstens immer Mal. Aber diese hier waren noch nicht mal echt!)

  • Ein kleinerer, kahler, weißer Raum. In der Mitte ein Glaswürfel. Drin zwei tote Fliegen. Ein sächsischer Kunstenthusiast doziert über das Kunstobjekt, ich verstehe jedoch nur  einzelne Wörter: Tse-Tse, Malaria, sterilisiertes Männchen, fruchtbares Weibchen. (Beide tot. Wie auf meinem Fensterbrett.) Dieses Meisterwek verdient ein großes Foto:
in der Vitrine

in der Vitrine

  • Besucher, die über die Kunst auf dem Boden latschten, dunkle Räume, vollgepfropft mit Menschen und dunklen Zeichnungen, Bildern oder Objekten. Ermahnende Zurechtweiser: Hinten anstellen! Oh, hier gibt es jetzt Kunst! Zeit, im Katalog nachzulesen: psychedelische Farben, jeden Tag ein weiteres Bild monochrom …

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  • Weiteres Gebäude, weitere Ausstellung: Was für Männer! (Die sahen ansonsten alle aus, wie von ihren Frauen zur Kunstbetrachtung mitgezerrt.) Motoren, Scheibenwischer, Flugzeuge, Autobahnen aus verschiedenen Materialien. Ein erstaunliches, wirklich beeindruckendes Werk wurde sogar filmisch festgehalten. Beachtet bitte die Performance der Kunstkennerin hinter dem Objekt!

Was gibt es noch zur Dokumenta zu sagen? Geht unbedingt hin, die Zeit ist bald um! Kauft euch nicht den Katalog, was da drin steht, hilft überhaupt nicht. („Es ist ein Versuch, den Prozess in seiner vielfältigen, kontingenten und heterogenen Natur zu bezeugen, als auch die individuellen und gemeinsamen Trajektorien derjenigen, die an dem Projekt teilhaben.“) Am schönsten: Das Projekt im Bahnhof (Eipott ausleihen und durch den Bahnhof gehen.) Gelesen habe ich , dass die meisten  Werke extra für und nur für die Dokumente gemacht wurden. (Ich weiß, „gemacht“ ist nicht das richtige Wort.) Inspirationen bekommt man beim Betrachten schon, besonders nach dem Genuss von einem Glässchen Wein. Oder auch zwei. Das sieht alles gleich ganz anders aus. Ist das Kunst!

 

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