Festlegen. Konkret.

Den ganzen Tag ist es nicht richtig hell geworden, aber jetzt, 17.00 Uhr ist es richtig finster, als wir uns zur Absolventenlenkung im Seminarraum 259 einfinden. Es ist Donnerstag, der 1. Dezember. Was wurde uns erzählt?An diese Veranstaltung kann ich mich eigentlich nicht mehr erinnern, und am liebsten würde ich Absolventenlenkung in Anführungszeichen schreiben, aber das habe ich ja damals, als ich es in meinen blauen „Kalender für Lehrer und Erzieher 1988/89“ schrieb, auch nicht gemacht. Sehr gut erinnern kann ich mich an meinen Termin schon am folgenden Dienstag, 9.30 Uhr im Direktorat für Studienangelegenheiten, Frau Zapf. Ich war wohl mit meiner Lenkung nicht so richtig einverstanden und wollte was anderes. (Für Später- oder Woandersgeborene: Das 5. Studienjahr der Lehrer-Studenten war ein praktisches Jahr an einer Schule, man hospitierte und gab auch Stunden, alles mit Betreung und Auswertung und vielen schriftlichen Plänen; an welche Schule man kam, konnte man sich ein bisschen wünschen, aber nicht wirklich.) Ich sehe die Zapf noch vor mir, hinter ihrem Schreibtisch thronend, ich davor auf einem Stühlchen meine Hände knetend und sie dozierte:

„Verstehen sie doch, wir müssen Sie doch vor sich selbst schützen. Und wir müssen uns selbstverständlich auch absichern. Ihr Praktikumseinsatz in Eisenach ist beantragt. Sie kommen dann in Ihren Heimatkreis.“ …

(Was ich wollte: Nicht mein Praktikum an meiner alten Schule zu Hause machen, sondern an der Schule, wo mein Freund als Lehrer beginnen würde – in einem Dorf mitten im Bezirk Neubrandenburg)

„Sie können sich über Weihnachten, da werden Sie doch sicher zusammensein, auch im Kreise der Familie beraten. Wir wollen Sie selbstverständlich nicht zum Heiraten zwingen. Aber Sie müssen sich festlegen. Konkret.“ …

„Sagen Sie dem Herrn B. einen schönen Gruß von mir. Da wird der Herr B. wohl sein Jungesellendasein aufgeben müssen. Ich weiß, dass ihm das schwerfällt. Das können Sie ihm ruhig sagen.“

Nun, wir berieten uns. Gingen zum Rathaus und mit der schriftlichen Bestätigung unseres standesamtlichen Trauungstermin wieder zur Zapf. Sofort war es möglich, an der gleichen Schule zu arbeiten, ich als Praktikantin, T. als Absolvent. Im Standesamt Jena warten sie heute noch auf uns. Geheiratet haben wir jedoch, zwar woanders und zu einem anderen Termin, aber  uns. Fortsetzung folgt...

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