Nachts am See

Sonne weg

Sonne weg

Geht die Sonne unter, ist es Zeit, in den Schlafsack zu kriechen. Schließlich sind wir den ganzen Tag gepaddelt, wie immer gegen den Wind und/oder den Strom. Ja, auch die Havel strömt. Noch ein bisschen Taschenlampenlesen und rechtschaffen müde fallen dann auch bald die Augen zu. Der Plan: Bis Sonnenaufgang tief und fest schlummern. Nun, Luftmatratze und Schlafsack schmiegen sich nicht wirklich an meinen erschöpften Körper, ständiges Drehen und Zupfen sind notwendig. Und dann, als es ganz finster ist, geht es los! Naturalarm! Die Frösche quaken nicht einfach, nein, sie blöken, grunzen, quietschen und übertönen sich gegenseitig. Ein weiteres Geschrei: die Gänse kommen. In der ersten Nacht dachte ich, sie wollen mit ins Zelt. Tagsüber sahen wir ganze Gänserudel auf den Wiesen rumstehen, nur die gestreckten Hälse und Schnäbel waren zu sehen. Fliegen die Viecher aber, schreien sie sich an, wo’s langgeht und wer vorne fliegen darf. Übernachtet wird schwimmend auf dem See, aber da sie wegen den Fröschen schlecht hören, müssen sich die Neuigkeiten, die es so nachts auszutauschen gibt, in einer angemessen Lautstärke zugeschrien werden. Ich decke mir eine Daunendecke über den Kopf und träume von Gänsebraten. Im Morgengrauen ruhen die Frösche ihre strapzierten Quakdinger etwas aus, die Gänse fliegen schreiend davon und nur der morgendliche Verkehrslärm von der 4 Kilometer entfernten Straße wird sanft herübergeweht. Zeit, sich noch einmal ganz entspannt, herumzuwälzen. Da fangen doch die blöden Kuckucke an! Der mit dem Sprachfehler ist auch dabei: Kuckuck, Kuckuck, Kuckuckcuk. Er ist ein alter Bekannter auf dem Zeltplatz, schon seit 10 Jahren versucht er kuckucken zu lernen. Eigentlich ist das noch das schönste Geräusch von allen, jetzt könnte man sich ja noch mal umdrehen ….. Ich muss mal!

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7 Antworten zu Nachts am See

  1. juliankwadwo schreibt:

    Sehr lustig geschrieben!! =)

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  2. Karsten Bode schreibt:

    Jammern auf ganz hohem Niveau 🙂 Urlaub in der Großstadt würde helfen !

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  3. Die Story mit dem Stottervogel will mir immer niemand so recht glauben. In Klein Kreutz am Fuchsbruch ist er auch jedes Jahr zu hören. Bei 10 km Luftlinie …, – könnte es derselbe sein. 😉

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