Der Winter naht

„Der Winter naht“ ist der bedeutungsschwangere Satz im ersten Teil des „Lied von Eis und Feuer“. Die Herren von Winterfell haben mich gefangengenommen. Ich bin gezwungen, alle Bände hastig zu verschlingen. Dabei ist Fantasy- Literatur  wirklich nicht mein Geschmack, auch die Filme interessieren mich weniger, schon gar nicht im Kino, nur den Herrn der Ringe musste ich gruppenzwangmäßig anschauen. (Harry Potter zählt nicht zu Fantasy, oder?!) Doch jetzt fiebere ich jeder weiteren Lesestunde entgegen und träume nachts von Westeros. Alpträume. Wie konnte es nur dazu kommen?  Klein f hat seinem Vater zum Geburtstag ein echtes Buch geschenkt und ihm ans Herz gelegt. Dummerweise habe ich den Prolog gelesen und das erste Kapitel. Jetzt gibt es kein Entrinnen, ich muss die Schicksale weiter verfolgen. Und bin inzwischen auch vom Kindl überzeugt, da er im Gegensatz zu den dicken Taschenbüchern in die Handtasche passen würde, wenn ich denn eine hätte. Außerdem kann man im Sonnenschein und im Dunkeln  damit gut lesen, ohne das die Augen schmerzen. Und der Winter naht…

George R.R. Martin schreibt seine Saga immer noch weiter, noch zwei Bände sollen folgen, aus der dann in den deutschen Ausgaben vier werden. Das ist schön. Das ist schlecht. Kein absehbares Ende. Sie reiten also weiter hierhin und dorthin, laufen hungrig durch Regen und Schnee, werden umgebracht und bringen um. Irren umher. Kämpfen. Sterben. Die Vielzahl der Akteure und die Historie der einzelnen Familien und Häuser verwirren mich manchmal. Auch das die Personen so viele Namen haben ist im ersten Band noch anstrengend: der Lord von Winterfell heißt so, und außerdem Eddard Stark und außerdem Ned und außerdem „Hand“ und außerdem Hoher Vater und außerdem Hoher Gemahl. Am Ende eines jeden Bandes sind viele Seiten mit den Namen der einzelnen Familienmitglieder und handelnden Personen abgedruckt, samt den Beziehungen und Todesursachen. Das ist hilfreich, wenn man zwischen den einzelnen Bänden eine kleine Leseerholungspause mit einem anderen Buch machen möchte. Aber wie kommt es nur, dass man immer weiter lesen muss? Sich zwingen muss, nach einem Kapitel das Buch aus der Hand zu legen? Es ist absolut fesselnd geschrieben! Die Figuren und Handlungen sind so plastisch geschildert, man ist beim Lesen im Buch drin, wird eingesaugt und erlebt und erleidet alles mit. Mit Arraya, dann mit Catelyn, danach mit Tyrion, auch mit Jamie, mit Jon, mit Bran, mit Sansa, und auch Daenerys, dann muss man unbedingt lesen, wie es mit Arraya weitergeht. Und mit Catelyn. Und mit Tyrion. Es gefällt mir sehr gut, dass immer aus der Sicht der einzelnen Figuren die Geschehnisse erzählt werden. Obwohl „Geschehnisse“ das, was alles passiert, nicht treffend wiedergibt: es ist grausam, schrecklich, böse, frustrierend, niederschmetternd, katastophal, bestürzend, schauderhaft und furchteinflößend. Auch die Helden sterben, nein, werden grausam umgebracht, kleine Kinder vor die Wand geklatscht, Frauen hundertfach vergewaltigt, Kehlen von Wölfen herausgerissen und Schädel gespalten. Etwas Schönes, Lustiges oder wenigstens Scherzhaftes habe ich bisher noch noch in keinem Band lesen können. Macht aber nichts im „Spiel“ um die Macht. Hat eigentlich jemand im Fernsehen „Game of thrones“ gesehen? Das soll mal des Nachts gelaufen sein. Ich werde es mir jedenfalls nicht anschauen, denn dann mache ich mir ja meine Figuren im Kopf kaputt.

Klein f hat alles auf dem Handy gelesen, Groß F auf dem Laptop, die Mädchen haben auch schon alle Bände durch und selbst das Oberhaupt ist fertig. Da kommen dann solche hilfreichen Kommentare wie: „Die kommen alle um“, „Im siebten Band reiten sie durch das ganze Buch und kommen nie an“ oder auch „Hier passiert nicht.“ und „Ganz schön langweilig“.

Nun, ich finde es selbst heraus. „Die Herren von Winterfell“, „Das Erbe von Winterfell“, „Der Thron der sieben Königreiche“,  „Die Saat des goldenen Löwen“,  „Sturm der Schwerter“ und „Die Königin der Drachen“ haben mich in ihren Bann geschlagen, und ich kann es kaum erwarten, die anderen zu lesen:“Zeit der Krähen“, „Die dunkle Königin“,  „Der Sohn des Greifen“ und „Ein Tanz mit Drachen“.

Der Winter naht!

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