Den Todesengel lesen

Klar, dass ich auch das neue Buch von Andreas Eschbach lese: „Todesengel“. In der Weihnachtsaktion von „BloggdeinBuch“ wurde dieses Buch vorgeschlagen und Bastei Lübbe hat es mir freundlicherweise zugeschickt. Auch klar, dass ich gleich angefangen habe, den Todesengel zu lesen. Denn die anderen Bücher von Andreas Eschbach habe ich auch „verschlungen“ und es ist klar, dass das neue Buch auch spannend sein wird.

Nicht nur spannend. Auch erschreckend. Ein Thema, welches immer hinten runterfällt, niemanden noch aufregt, schon wieder, denkt man nur. Wenn man nicht direkt betroffen ist. Zeitungen (und natürlich auch die anderen Medien) berichten darüber, heute auch wieder in zwei Mini-Artikeln, eigentlich nur erwähnt. Da ist ein 16jähriger zusammengeschlagen worden. Da wurde eine ältere Dame beraubt und gestoßen. Und jetzt lese ich dieses Buch und denke darüber nach. Wie es den Opfern geht. Wie sie die nächste Zeit überstehen, es verarbeiten können, weiterleben. Denn darum geht es im „Todesengel“, um die Opfer. Diejenigen, die angegriffen wurden, sich verteidigen konnten oder auch nicht. Ein Racheengel erscheint, aus dem Nichts, und richtet die Angreifer. Tötet sie und verschwindet. Polizisten, Journalisten, eine neue Fernsehsendung, Männer und Frauen, die überfallen wurden tauchen auf. Innerhalb eines Kapitels lesen wir von verschiedenen Personen, was sie gerade machen immer wieder taucht noch jemand anders auf. Im ersten Kapitel ist das noch ein wenig verwirrend, aber mit jeder Seite lernt man die Personen besser kennen und leidet oder lebt mit. Und dann kann man das Buch nicht mehr weglegen, muss immer weiter lesen. Wer ist denn nun der Racheengel? Verhindert er durch diese drastische Betrafung weitere Straftaten? Wieso stehe ich auf seiner Seite, obwohl er doch so viele erschießt? Oder, eine Frage aus dem Klappentext: „Wieso wird jemand, der Steuern hinterzogen hat, härter bestraft als jemand, der einen anderen Menschen zum Krüppel schlägt? Wieso geht die Justiz mit denen, die andere aus einer Laune heraus attackieren, gnädiger um als mit denen, die sich dagegen verteidigen?“

Das letzte Viertel des Buches bleibt mir noch. Wie in seinen anderen Romanen wird Eschbach hier alles zusammenführen, alle Fäden, die er vorher an so verschiedenen Stellen, bei so unterschiedlichen Personen aufgenommen hat, zusammenknüpfen. Es wird ein unerwartetes Ende sein, überraschend, bis zur letzten Zeile spannend und aufregend. Und dann wird das Buch leider zu Ende sein.

Unbedingte Leseempfehlung!

Andreas Eschbach: „Todesengel“, Bastei Lübbe, Hardcover, 541 Seiten , Ersterscheinung: 20.09.2013, ISBN: 978-3-7857-2481-1, 19,99 Euro, auch als Hörbuch oder eBook

Andreas Eschbach selbst hat eine wunderbare Webseite, auf der man ihn besser kennenlernen kann. Eine Fundgrube für Literaturliebhaber und Leseratten!

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