Sternentochter und ihre Liebe

Den zweiten Teil der Sternentochter-„Saga“ habe ich jetzt für BloggdeinBuch gelesen, ein eBook, bequem auf dem Kindl und dem Sofa, allerdings nicht in der Badewanne. Und ohne den ersten Teil zu kennen. Macht aber nichts. Die Teile drei und vier werde ich wohl auch nicht lesen. Es ist mir einfach zu schwülstig. Dabei ist es doch so ein tolles Thema: Ein junges Mädchen wird zur starken, emanzipierten Frau, in einer Zeit, als das gesellschaftliche Ächtung bedeutete, Ende des 19. Jahrhunderts. Biedermeier. Die Autorin, die unter dem Pseudonym Anna Valenti schreibt, entführt uns in diese Zeit und lässt uns alle Schicksalschläge der Sternentochter Caroline erleben. Sie soll wirklich gelebt haben, ein durchaus wahre Geschichte also. Wieso eigentlich Sternentochter? Und der zweite Teil „Die Liebe der Sternentochter“? Schöner Titel, aber ich habe beim Lesen keine schlüssige Erklärung für den Titel mitbekommen. Na ja, klingt jedenfalls gut. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft die junge Frau, und sie ist sowas von ohnmächtig. Ihre Familie verstößt sie, ihr Liebster ist verunglückt, ihr Kind wird ihr weggenommen und sie wird weit weg geschickt zum Arbeiten und Geld nach Hause schicken. Hoffen und heulen, Briefe schreiben und um ihr Kind betteln, Hilfe für und von Freundinnen und so geht es das ganze Buch durch. Klar, zum Ende hin wieder eine neue Wendung, man will dann ja weiterlesen. Das Lesen war durchaus bewegend, man leidet irgendwie mit und will auch, dass endlich mal was Gutes passiert. Die Personen sind entweder mitfühlend, hilfreich und gut, oder aber dünkelhaft, stur und engstirnig. Die seitenweise Auswälzung der unendlich starken Gefühle und ständigen Wiederholungen erinnern mich an die Groschenromane, die ich als Jugendliche verschlang, wenn ich sie mal in die Finger bekommen habe. Hier nerven sie mich jedoch etwas. Anfangs fiel mir sofort Effi Briest ein, doch diese Geschichte ist ganz anders. Doch bei Effie  gibt es nicht so viele Tränen und Weltfremdheit. Diese Caroline wird wohl erst im nächsten oder übernächsten Band zur starken Frau. Bei starker Frau und Liebe fällt mir der Film gestern Abend über Alma Mahler ein: Die Windsbraut. Ein willkommener Kontrast zur liebenden Sternentochter. Ein sehr gut gemachter Film! Da werde ich doch am besten gleich nochmal 1913  lesen. Auf meinem Stapel der Gelesenwerdenwollen-Bücher fehlt mir bis jetzt noch „das“ Buch. Erst im August kommt das neue von Isabel Allende auf Deutsch, das neueste von ihr gibt es schon, englisch und spanisch. Was soll ich lesen?

Anna Valenti: „Die Liebe der Sternentochter“, eBook,Seiten: (ca.) 410, Erscheinungsform: Originalausgabe; Erscheinungsdatum: Nov 2013 ; ISBN: eBook 978-3-95520-322-1
Format: ePUB, dotbooks

Leseempfehlung: Allen, die „große Gefühle“ lieben und gerne mitleiden und die sich für die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts interessieren, wird dieses Buch gefallen.

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