Wandern für Anfänger

achso

achso

Die erste kleine Wandertour dieses Jahr sollte wieder ins Gebirge, in den Wald. Nach bewährter Manier suchte S. in seinem Buch eine Route aus, die wir dann ablaufen wollten. Nach dem Motto: „Vorbei an dem Feuchtbiotop … vor der Straße links abbiegen..“ Kilometer- und Höhenangaben, Parkplatz und Wegbeschreibung waren klar. Klar war auch, dass wir zufälligerweise und unbeabsichtigt von Weg abkamen. Sämtliche elektronischen Geräte und diverse Wanderkarte bestätigten das Gefühl, das Beschreibung und tatsächlicher Weg nicht übereinstimmten. Aber es gibt ja viele Wege zum Gipfel, also orientierten wir uns am Sonnenstand und am Moos an den Bäumen. Oder eben an den Wegweisern. Das heißt wohl zielgruppengerechtes Wandern.

da lang

da lang

Dieser Weg war wirklich sehr bequem, aber bei der Cache- Suche kamen wir wieder davon ab und gingen mitten durch den Wald zu einem anderen Weg. Der war wahrscheinlich nur an zwei Wochen im Jahr begehbar, nach der Schneeschmelze und vor dem Wucherdornenwachstum. Er ist auch auf keiner Karte verzeichnet,  man geht einfach senkrecht zu den eng aneinandergezeichneten Höhenlinien. Da ist es ein Glück, dass sich einer mal umdrehte und sich laut über etwas leuchtend blaues „da unten“ wunderte. Also gab es eine kleine Rast für diejenigen unter uns, die nicht meinen Pullover retten mussten. Bergab ging es übrigens schneller.

nee jetzt

nee jetzt

Die letzten Kilometer zum Gipfel eierten wir durch Schnee und Eis. Das ging noch ganz gut, aber der Abstieg auf der anderen Seite gestaltete sich wirklich schwierig: Steine, Wasser, Schlamm, Eis und  Schnee in einem wilden Potpourrie auf mehreren Kilometern. Reumütig dachte ich an meine Stöcke, die griffbereit hinter dem Haus stehen und hier wirklich gute Dienste hätten leisten können. Konjunktiv- Stöcke. Ich habe auch eine Konjunktiv- Wanderhose. Beim Gipfel- Picknick stellte ich fest, das Wanderer in Wanderhose viel sportlicher aussehen als wir Jeansträger.

hierhin und dorthin

hierhin und dorthin

Klar, dass meine Füße schon mal die ersten Blasen anmeldeten, als wir uns für den nicht kürzesten, aber schöneren  Weg entschieden. Hier verlieh uns das Rotkäppchen- Stärkungsmittel neue Kräfte, dennoch hatten die Männer uns Frauen abgehängt. Wir bewunderten gebührend die Natur ringsum, das geht am besten im Stehen, schließlich war der Abgrund direkt neben dem Pfad. Irgendwann kamen wir auch in gemütlichere Regionen, mit einer weiteren Rast und auch wieder im Sonnenschein. Dennoch waren die letzten 3 Kilometer die längsten. Als ich meinen schönen Stein ins Auto wuchtete, fehlte mir irgendwas. Ich hatte doch noch etwas in den Kofferraum gelegt? Hasst du meine Jacke? Die habe ich dir doch zum Halten gegeben, als ich mal kurz hinter den Baum…..

da nicht lang

da nicht lang

Mit schlechtem Gewissen fuhren wir soweit wie es ging zurück und dann eilten wir das letzte steile Stück im Stechschritt wieder hinauf, da wartete meine Jacke schon, friedlich über die Bank gelegt. Durch diese Aktion kommen wir auf 15 Wanderkilometer. Klingt nicht so viel, jedoch waren über 400 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Übrigens gab es eine große Informationstafel am letzten Kreuzweg, für wen diese und jene Strecke geeignet ist. Unser Weg war als ganzjährig begehbar beschrieben. Ich alterte förmlich in Sekunden. Und auf der Heimfahrt konnte ich schon deutlich hören, wie das Sofa nach mir rief.

zielgruppengerecht

zielgruppengerecht

Schon mal im Harz gewandert: Harzer Herbst; Einen Ratgeber überprüfen; Unbekannte Weiten; Sonntagsausflug

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