Libertas, Peenemünde und eine Woche segeln

Doch, wir hatten einen schönen Törn, einen schönen Urlaub. Auch wenn uns so mancher  jetzt vorwirft, wir wären mit nichts zufrieden und würden nur rummeckern: Es gibt Unannehmlichkeiten, mit denen kann man sich arrangieren. Seine Erwartungen runterschrauben. Auch wenn man viel Geld bezahlt hat. Altes Schiff bleibt altes Schiff. Aber wie in den siebziger Jahren will man heute keinen Urlaub mehr verbringen, zumal das Schiff ja mit allerhand ausgerüstet wurde. Ich zähl einfach mal unsere Mängelliste auf, da sind auch Kleinigkeiten drauf, über die wir nie ein Wort verloren hätten, aber es kommt doch ganz schön was zusammen:

  • Der Kühlschrank funktionierte nicht. Da es Mitte Juli sehr heiß war, verdarben unsere Lebensmitttel ziemlich schnell.
  • Das Wasser aus dem Tank war voller weißer und grüner Flocken. Ungeeignet zum Kochen, Waschen, Zähneputzen oder Aufwaschen.
  • Die Windanzeige im Masttop blieb immer hängen und funktionierte nicht richtig.
  • Die Polster im Salon waren eklig, fleckig, muffig.
  • An der Decke im Salon feht eine Abdeckung, Kabel, Klemmen und irgendwas hängen frei.
  • Im Schiff roch es muffig, obwohl wir ständig Durchzug machten, blieb dieser“alte“ Geruch. Alle unsere Sachen rochen noch zu Hause genau so.
  • Alles war schmuddelig und fasste sich klebrig an.
  • Der Mottorraum war total verdreckt. (Aussage des Eigentümers:“Da haben Sie gar nichts drin zu suchen!“
  • Der Kompass war kaum ablesbar (milchiges Glas)
  • Küchenausstattung: keine Schüsseln, Teller, Tassen und Gläser sollten mal gründlich gereinigt werden, ebenso die Besteckschublade.
  • Am Topp hängt ein freies Kabel.
  • In der Flagge befindet sich Angelhaken-Teile, die nicht zu entfernen sind.
  • Im Mast sind schlagende Kabel.
  • Die Festmacher waren sehr verschieden und nicht sehr vertrauenserweckend: zu kurz, mit einer komischen Schlaufe, mit Scheuerstellen, zu dünn…
  • Es regnete nur einmal und nur ganz kurz, aber gleich war es im Salon nass, weil es reinregnete.

Ich hoffe, dass einige Mängel inzwischen behoben wurden. Vielleicht gibt es ja für den Kühlschrank irgendwo einen verdeckten Schalter, den wir nur nicht gefunden haben. Beim Ausprobieren fanden wir an einer unvermuteten Stelle zum Beispiel den Schalter für das Funkgerät.

Seit  fast 15 Jahren segeln und chartern wir im Mittelmeer und an der Ostsee. Und dies war das erste Mal, dass wir uns unwohl gefühlt haben. Noch einmal: Wir sind schön gesegelt, seglerisch war alles wunderbar. Nur eine Woche „wohnen“ war schwierig. Gut, dass schönes Wetter war!

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