Das weckte den Michelangelo in mir

hau drauf Ein Kurs zur Einführung der Präparation von  Fossilien des Muschelkalkes lockte uns zur Steinrinne, nach Bilzingsleben. (Vor zwei Jahren waren wir das erste Mal hier.) Zwei Stunden lang hämmerten und meißelten wir an Ammoniten herum, versuchten, sie möglichst gut freizulegen. Das Mädchen gegenüber brach in Tränen aus, als ihrer zerbrach und hatte fortan keine Lust mehr. Die Oma haute mächtig auf dem Holztisch rum, dass die Brocken nur so spritzen. Aber auch mein Stein zerbrach, dabei habe ich nur so ein bisschen mit dem Hammer geklopft. Ich bekam einen neuen Ammoniten, dessen Unterseite noch ganz in einem Stein gefangen war. Ich beschloss, nur die Oberseite freier zu legen und ein „Kunstobjekt“ daraus zu machen. Eine Zierde für jedes Fensterbrett! Der Chef der Ausgrabungsstätte stellte übrigens fest, dass hier zwar seit über zwanzig Jahren viel gearbeitet wird, aber noch niemals so laut. Ich überlegte beim Hämmern, wie Michelangelo seinen David im Mamor sah, als dieser ein Riesenbrocken war. Der Ammonit selbst war etwas dunkler und fester als das Gestein drumherum, doch fühlen konnte ich das mit Hammer und Meißel wirklich nicht. Huch, jetzt ist der Dorn ab. Da fehlt doch ein Stückchen? Wie tief geht das noch? Der Experte half ein bisschen, mit elektrischen Gerät und mit Salzsäure. Doch an meinen Ammoniten kommt nur Wasser und sonst nix. Ein bisschen durchgefroren machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, über endlos weites Land und durch verschlafene Dörfer. Schöner Sonntagsausflug.

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