Das Unbehagen besser langsam lesen

So schnell mal durchlesen kommt bei diesem Buch nicht in Frage: „Das Unbehagen der Elsa Brandt“, von Bettina Steinhauer. So richtig was anfangen konnte ich zunächst mit der Handlung nichts, denn sie verhätlt sich wirklich seltsam, die Elsa. Scheint auf etwas zu warten, zu suchen. Alles kommt ihr vergeblich vor, sie erkennt nichts, was wesentlich sein könnte. So zerstört sie sich lieber selbst, als sich mit etwas zufrieden zu geben. Andererseits kümmert sie sich um ihre alte Nachbarin, schnappt sie sich und einen gerade kennengelernten Obdachlosen und fährt an die See. Als sie aus der Klapse entlassen wird, da sie sich dort unpassend verhält. Wohnung, Job, alles gekündigt. Obdachloser findet Job, Oma ihr Bewusstsein und Aufgabe, Elsa scheinbar einen Mann. Der weiß mit ihr umzugehen, doch findet sie hier, was sie sucht? Immer diese Fragerei, nach allem. Hier muss man einfach mal innehalten und versuchen, für sich diese Fragen zu beantworten. Da spürt man dieses Unbehagen auch. Doch haben wir nicht im Laufe unseres Lebens gelernt, diese Grundsatzfragen beiseite zu schieben? Sie sich nicht mehr zu stellen? Bei allem Tiesinn in diesem Roman habe ich doch an einigen Stellen herzhaft lachen können, wie in einem Film sah ich manche Szenen vor mir. Herrlich die Schilderung, wie sie mit Ottilie im Fahradhänger über die Insel strampelt, um Gottfried zu suchen. Humorvoll und tiefsinnig, irritierend und nachvollziehbar, seltsam und merkwürdig und außerdem noch ein sprachliches Vergnügen.

Leseempfehlung.

Bettina Steinhauer „Das Unbehagen der Elsa Brandt“, Solibro Verlag, ISBN 978-3-932927-93-5, 224 Seiten, 19,95

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