Ein Nebelkind.

Nebel allerorten, auch im Titel eines „Thrillers“. Dieses Wort steht absichtsvoll in Gänsefüßchen, meiner Meinung nach ist „Nebelkind“ von Emelie Schepp einfach ein Krimi. Es kann ja nicht Thriller heißen, nur weil vage Andeutungen am Ende einiger Kapitel stehen oder es besonders viele schreckliche Leichenfunde gibt, schon gar nicht, wenn die Zeitsprünge auch noch kursiv ins Auge springen. Spannend ist der Krimi jedoch, nachdem ich mich bis zur Hälfte durchgekämpft hatte,las ich den Rest fast in einem Ritt. Glaubwürdig? Irgendwie nicht. Zu viele Stellen erscheinen mir unlogisch, erst gar keine Hinweise, dann Andeutungen und am Ende erzählt der Bösewicht der  Opferbösewichtigen-zur-Guten-herangewachsenen, warum er dies alles tut. Einfach so. Er hats allein gemacht. Sie schafft diesen einen weiteren Mord aus unerfindlichen Gründen nicht, erschießt aus Versehen das Kind, welches wie sie zur Tötungsmaschine gedrillt wurde. Ein anderer Böser erschießt seinen Konkurrenten und haut ab. Alles geklärt, Fall abgeschlossen. Genug gespoilert.

Ach, eine Lesevergnügen war dieses Buch nicht wirklich, stellenweise habe ich mich richtig geärgert, was für Sätze ich lesen musste. Liegt das an der Übersetzung? Kann ich mir auch nicht vorstellen. Ein paar Beispiele:

„Jana schloss die Tür hinter sich und hängte ihre Kostümjacke über den lederbezogenen Schreibtischstuhl.“ …. Jana legte einen riesigen Stapel Anklageschriften neben den Laptop.Rasch sah sie auf ihre Armbanduhr.“… „Auf einmal war ihr langweilig.“ …. „Er sah auf seine silberne Armbanduhr“ … So geht es manchmal seitenweise. Das kommt mir genauso vor, wie wenn man aus Versehen einen Film mit Erklärungen (für Taube oder Blinde) anschaut. Was sollen nur die ganzen unnützen Adjektive? Die Personen werden nicht plastischer, wenn man ihnen Adjektive zuordnet. Hasserfüllte Blicke kann ich mir ja noch vorstellen, aber  „hämmern“ Laufschuhe den Asphalt.? Und, und, und. Ich musste mich manchmal ganz schön aufregen.

Schweden ist so ein schönes Land, gar nicht so dicht besiedelt, viel Platz und viel Gegend. Dennoch Schauplatz so vieler Verbrechen die sich verschiedene Autoren ausdenken, durchaus Thriller darunter. Dieses Buch kann ich jedoch nicht empfehlen, es ist einfach nicht schlüssig, die Auflösung unbefriedigend, die Figuren bleiben farblos und man hat überhaupt keine Lust,sich eigene Gedanken darüber zu machen.

Gelesen für BloggdeinBuch:

Emelie Schepp „Nebelkind“  Thriller

Originaltitel: Märkta for livet
Originalverlag: En & Ett, Stavsjö 2013
Aus dem Schwedischen von Annika Krummacher

Deutsche Erstausgabe

Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-0069-7
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: Blanvalet

Erscheinungstermin: 17. August 2015

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