Schwierig, das Thema

In Geschichte beschäftigen wir uns schon das ganze Schuljahr mit dem Nationalsozialismus. Was Ausgrenzung ist, was Repressalien sind oder was Vernichtung, was Holocaust bedeutet, sollte den Schülern inzwischen theoretisch klar sein, doch sie schreiben in den Leistungskontrollen irgendetwas hin, oft nur leere Worte, eine Bedeutung fehlt. Durch Filme versuche ich, Emotionen hervorzurufen, sie zum Diskutieren zu bringen, Geschichtsverständnis haben sie dadurch aber leider immer noch nicht. Also was lesen. Was lesen? Anna Frank haben sie schon gelesen und wissen noch den Namen. Wir haben damals in der Schule „Nackt unter Wölfen“ gelesen und „Das siebte Kreuz“ und auch andere Bücher. Doch was sollten die Schüler von heute am besten lesen? Ich werde es damit probieren:
„Wir waren doch so jung“ von Jennifer Riemek und Michael Kuhn aus dem Ammainus-Verlag. Über BloggdeinBuch  habe ich es bekommen und es ist wirklich eine Entdeckung für mich.Es ist ein Roman und eine Dokumentation.Die fiktive Handlung, die Protagonisten und ihre Erlebnisse werden durch Zeitzeugenaussagen untermauert, es sind Dokumente und Zeichnungen abgedruckt und im zweiten Teil des Buches sind die Erlebnisse und Erfahrungen Überlebender des „Dritten Reiches“, die damals Kinder und Jugendliche waren, dargestellt.
Zur Handlung auf dem Klappentext:
Der Ton der Trillerpfeifen schrillte Jakob in den Ohren. Er rannte in die entgegengesetzte Richtung, platschte durch eine Pfütze und brach durch ein
Gebüsch. „Wenn die nur nicht schießen“, ging es ihm durch den Kopf.
Aachen zur Zeit des Nationalsozialismus: Jakob Bergmann wächst in einem scheinbar behüteten bürgerlichen Umfeld auf. Nachdem 1933 die Nazis an die Macht gelangt sind, nehmen die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung stetig zu. Die Verdrängung aus dem öffentlichen Leben sowie die Verfolgung seines Volkes werden für den Heranwachsenden zum grausamen Alltag. Einzig die Liebe zu Annie und eine alte Münze seines Großvaters ermöglichen es ihm, den Glauben an eine Zukunft nicht zu verlieren …Die mitfühlend erzählte Geschichte zweier jüdischer Familien basiert auf belegten Zeugenaussagen und überlieferten Dokumenten.“

Nun, ich denke, ich werde genau dieses Buch mit den Schülern lesen, wenngleich ich noch nicht so genau weiß, wie. Denn ob alle es „schaffen“ zu lesen, in einem Monat etwa, ist zweifelhaft. Besser nur Ausschnitte? Ich überlege, sie mit Textstellen „anzufüttern“, so dass sie es lesen wollen. Da bin ich ja mal gespannt.

Leseempfehlung: Ja, wenn man sich für das Thema interessiert. Keine erbauliche Lektüre.

Wir waren doch so jung

Das größte Verbrechen, das in deutschem
Namen an Deutschen begangen wurde.

Print: 978-3-945025-43-7, 12,90 €
eBook: 978-3-945025-56-7, 7,99 €

Autoren: Jenifer Riemek, Michael Kuhn

Ammanius- Verlag

 

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