Der 21. Tag, ein Samstag auf dem Atlantik

Viertel nach acht legten wir ab, vorher noch bezahlen und die Erlebniskarte abgeben. Die Brücke öffnete sich für uns und gemütlich tuckerten wir aus der Hafeneinfahrt. Noch ein Stück westwärts, dann die Kaps und Richtung Norden. Sonnenschein und schöner Segelwind, die ersten 15 sm waren wunderbar, der Autopilot steuerte, ich hielt Ausguck, wich den Fischerstäbchen aus und bewunderte die Küste. Und Delfine.Der Gatte hielt solange ein prophylaktisches Schläfchen. Als das Kap in Sichtweite kam, mussten wir reffen, doch mit 6 – 7 Knoten kamen wir gut vorwärts. Das Kap Sagres, welches wir gestern zu Fuß  begingen, umrundeten wir, doch das nächste Kap, Sao Vincente, konnten wir nicht mehr anlegen. Zu viel Wind aus der Richtung, in die wir wollten. Außerdem verschwand es völlig im Dunst.Auch die Welle war ganz schön heftig, wenn auch nicht mehr so viel wie gestern. Und so motorten wir, stundenlang, immer nach Norden. Eine Schaukelei. Gegen Nachmittag kam dann auch die Sonne durch, die anderen Schiffe, die unterwegs waren, fuhren weiter draußen, einige kamen uns entgegen. Ein Mondfisch hob grüßend eine Flosse aus dem Wasser, direkt am Boot, weshalb ich ihn sah. Sonnenuntergang. Immer noch kein Land in Sicht. Als wir endlich uns dem Hafen näherten, mussten wir uns sehr konzentrieren, um den riesigen Tankern, die scheinbar kreuz und quer fuhren, auszuweichen. Laut AIS waren sie in Fahrt. aber einige lagen so auf einer Stelle rum, andere fuhren wirklich. Unheimlich, wenn diese Hochhäuser von Schiffen so dicht sind! Beruhigend, dass sie uns auch gesehen haben und Hup- und Lichtsignale gaben. Na gut, da bestanden wir nicht auf unserem Wegerecht und warteten eine Weile. Die Lichterführung ist nur schwer zu erkennen, da so viele andere Lichter viel heller sind. Das Gleiche gilt für die Hafeneinfahrt, besonders, wenn es mehrere Teilabschnitte gibt und man ein wenig übermüdet ist. Also zu zweit Blink-zählen und zuordnen. Der Wartesteg im Hafen war schon besetzt, also suchten wir uns gleich vorne einen freien Finger-Steg aus und bereiteten die Leinen und Fender vor. Von den anderen Schiffen kamen einige Leute auf den Steg und so hatten wir viele helfende Hände. Das Anlegen kriegen wir eigentlich auch so hin, doch kurz vor Mitternacht, alles war nass, war ich über Hilfe doch ganz froh. Wir legten dann noch alle Leinen, wie wir wollten und tranken ein wohlverdientes Anlegebier. Von der Strandpromenade gegenüber schallte Live- Musik und viele Menschen waren dort unterwegs. Doch ich schlief wie ein Murmeltier. 80 sm in 16 Stunden,von Lagos nach Sines, immer gegenan, sind etwas anstrengend.

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